KREISVORSITZENDE TAGTEN IN BAD KREUZNACH

Donnerstag, 22. Januar 2015

Am Mittwoch, den 10. Dezember, konnte Präsident Volker Schmitt die Kreisvorsitzenden des Landesverbandes und die Vorstandsmitglieder zur Kreisgärtnermeistertagung begrüßen. Er ließ das Gärtnerjahr wirtschaftlich Revue passieren und erlaubte sich einen kleinen Blick in die Zukunft des Gartenbaus.

„Entscheide schnell! Entscheidungsregeln für die Praxis“ war das Thema von Dr. Jens Kohne von der Landesvereinigung für ländliche Erwachsenenbildung. In diesem eher grundsätzlich angelegten Referat wies Dr. Kohne darauf hin, dass jede Entscheidung Konsequenzen hat. Man sei sich vielleicht nicht darüber im Klaren, dass selbst bei simplen Dingen ein breiter Strauß an verschiedenen Möglichkeiten besteht. Deshalb sei es manchmal schwierig die Zielorientierung zu halten und Prioritäten zu setzen. Um die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist Erfahrung entscheidend. Objektive Kriterien für Entscheidungen sind Ausbildung, Zeit, Ausstattung sowie die subjektiven Kriterien Charakter, Selbstbewusstsein, Erfahrung, Routine und die Fähigkeit sich überhaupt entscheiden zu können. Diese Entscheidungsfähigkeit kann man trainieren. Wichtig ist, so Kohne, die Toleranz für Fehler, sie fördert die Entscheidungsfreude. Auch die Möglichkeit des Scheiterns muss bei jeder Entscheidung akzeptiert werden. Eine Erkenntnis, so Kohne, ist, wenn man nicht scheitert, kann man nichts lernen. Er warb dafür, dass auch Mitarbeiter die Chance haben, Entscheidungen zu treffen und damit auch die Chance zu Fehlentscheidungen und zu lernen, damit umzugehen.

„Landesgartenschau Landau 2015 in Bildern“ war die Aufgabe, die Geschäftsführer Matthias Schmauder sich gestellt hatte. 185 Tage in der Zeit vom 17. April bis 18. Oktober wird die Landesgartenschau in Landau Besucher und Gärtner begeistern. Durch die Verschiebung um ein Jahr sei man auch in der Bepflanzung und Pflege sehr viel weiter, als es bei regulärer Durchführung der Gartenschau gewesen wäre. Der Park würde inzwischen von der Landesgartenschau gepflegt, das Schulze-Delitzsch-Carrée ist fertig und wird allerdings während der Gartenschau schon bewohnt. Man ist im Endausbau der Gartenkabinette, beim Turm verzögert sich der Ausbau durch die Insolvenz der Baufirma, die Medienpartnerschaft mit dem SWR ist inzwischen auch abgeschlossen. Besonders wies er auf den mit Kork verfüllten Kunstrasenplatz hin. Dies sei der erste in Rheinland-Pfalz und der vierte überhaupt in Deutschland. Nach einer Vielzahl von interessanten Bildern über den Zustand des Geländes, rief Matthias Schmauder die Anwesenden auf, sich intensiv an den Hallenschauen zu beteiligen.

Romana Hoffmann, stellvertretende Generalsekretärin des ZVG, beschrieb dann die Arbeit des Zentralverbandes Gartenbau. Unter anderem stellte sie vor, auf was sich die Betriebe beim Mindestlohn einstellen müssen. Den Anspruch auf den Mindestlohn von 8,50 €, bzw. im Gartenbau von 7,40 €, hat jede Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer. Dies gilt auch für geringfügig entlohnende Beschäftigte, kurzfristig Beschäftigte, Teilzeitkräfte, aber auch behinderte Mitarbeiter. Ausnahmen sind: Ehrenamtlich Tätige, Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten, Praktikanten und Teilnehmer, die an einer Einstiegsqualifizierung teilnehmen sowie Auszubildende. Nach dem Arbeitnehmerentsendegesetz das für den Gartenbau und die Landwirtschaft gilt, ist bei allen Arbeitnehmern Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit festzuhalten. Bei mitarbeitenden Familienangehörigen ist wichtig, wie sie im Einzelfall beurteilt werden. Wenn die Beschäftigung wie bei einem normalen Arbeitnehmer erfolgt, ist der Mindestlohn anzuwenden

Neu bei Verbraucherverträgen, so Romana Hoffmann, ist, dass Widerrufsrecht auch bei außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verbraucherverträgen gilt. Die besondere Problematik im Gartenbau ist insbesondere bei Grabpflegeverträgen, die auf dem Friedhof abgeschlossen werden oder beim Kunden sowie Verträge über Gartenpflege etc.  Pflicht ist eine Belehrung des Kunden über das Widerrufsrecht. Bei der Veränderung für 2015 bei der SVLFG stellte sie die Einführung eines Vorschussverfahrens vor. Der Vorschuss wird berechnet auf Basis des im Jahre 2014 gezahlten Beitrages. Beträgt der Beitrag weniger als 305 Euro oder wurde keine Einzugsermächtigung erteilt, so ist Mitte Januar die erste Rate in Höhe von 80 % fällig, am 15. September wird dann das Umlagejahr abgerechnet. Mit Einzugsermächtigung beträgt die erste Rate 40 %, die zweite Rate zum 15. Mai 40 % und die Abrechnung dann genauso Mitte September.

Präsident Volker Schmitt bedankt sich bei Justiziarin des ZVG Romana Hoffmann für ihren Vortrag

Geschäftsführer Welmar Rietmann erläuterte dann, weshalb über 80 % der Beitragsbescheide der SVLFG fehlerhaft sind. Der Grund liegt in den Angaben, die die Gärtner bei den neuen Abfragebögen, insbesondere zum Nebenbetrieb, gemacht haben. Er läuterte detailliert wie sich der Beitrag der SVLFG für das Umlagejahr 2013 zusammensetzt, sowohl für den Bereich gärtnerische Urproduktion, wie auch für den Bereich Handel, Verwaltung und Dienstleistung. Bei den bearbeiteten Beitragsbescheiden konnte im Jahr 2014 bis 47 % Differenz des ursprünglichen und des korrigierten Beitrages erreicht werden.

Beim Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz ist es wichtig zu erkennen, ob der Gärtner mit Lkw-Führerschein eine Weiterbildung machen muss. Keine Grundbildung und Weiterbildung muss derjenige machen, der auf Fahrten mit dem Lkw nur Material und Ausrüstung, das der Fahrer zur Ausführung des Berufes verwendet, befördert. Dies gilt allerdings nicht, falls er sich beim Führen des Fahrzeuges um die Hauptbeschäftigung handelt.

Beim Sachkundenachweis wies er nochmal darauf hin, dass jeder, der Pflanzenschutzmittel beruflich anwendet oder verkauft, einen Sachkundenachweis im Scheckkartenformat benötigt. Der Antrag für diesen neuen Sachkundenachweis ist bis zum 26.05.2015 beim DLR Neustadt/Weinstraße zu bestellen. Wer diesen Termin versäumt, darf ab dem 26.11.2015 keine Pflanzenschutzmittel mehr anwenden und verkaufen.

In seinem Schlusswort wies Präsident Volker Schmitt nochmal auf die Mitgliederversammlung des Landesverbandes Gartenbau, die am 25. Februar, im Parkhotel in Bad Kreuznach stattfinden wird, hin.

 

                                                                                                                                  ri